SWR Big Band feat. Torsten Goods Karten in Stuttgart
Nach dem Konzert von Patti Austin mit der SWR Big Band bei den BW-Bank jazzopen 2008 kommt es nun im Rahmen der jazzopen nights stuttgart zu einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Jazz-Orchester des Landessenders: das von Erwin Lehn 1954 als Südfunk-Tanzorchester gegründete Ensemble wird in einem eigens für die jazzopen nights stuttgart konzipierten Projekt zusammen mit Torsten Goods auftreten. Der deutsche Gitarrist, Sänger und Komponist– als Torsten Gutknecht 1980 in Düsseldorf geboren – ist ein echter Shootingstar der Jazz-Szene und reiht sich damit in die lange Liste der Jazzsolisten, Gastspieler und Gast-Bandleader ein, die mit dieser Formation in den vergangenen fünf Jahrzehnten auf der Bühne und im Studio gestanden haben, darunter Chet Baker, Chick Corea, Albert Mangelsdorff, Toots Thielemans, Gloria Gaynor, Slide Hampton und Sammy Nestico. Zwischen 2002 und 2004 war die SWR Big Band zudem drei Mal hintereinander für den US-Grammy nominiert. Ihre stilistische Bandbreite vom Blues und Swing über den Bebop bis hin zum Modern Jazz wird sich in der Zusammenarbeit mit Torsten Goods erneut erweisen. Nachdem Goods bereits mit 14 seine ersten Schritte als Gitarrist in regionalen Rockbands machte, entdeckte er unter Anleitung von Peter O’Mara mit 17 den Jazz für sich. Noch während seiner Schulzeit besuchte er in New York Workshops bei Jim Hall und John Scofield und nahm in Straßburg Unterricht bei Bireli Lagrene. Im Jahr 2000 wurde Goods Mitglied im Bundesjugendjazzorchester unter der Leitung von Peter Herbolzheimer und spielte kurz darauf – noch vor dem Abitur – sein erstes eigenes Album ein: „Manhattan Walls“ entstand 2001 unter der Mitwirkung von Größen wie Tony Lakatos, Davide Petrocca und Dejan Terzic. Ein Stipendium der renommierten New School University ermöglichte ihm dann im selben Jahr noch einen längeren Aufenthalt in New York: eineinhalb Jahre lang erkundete er die einmalige Session-Landschaft der Weltjazzhauptstadt und stand mit so unterschiedlichen Musikern wie Barbara Tucker, Reverend Run (von Run DMC), Mike Stern und Seleno Clarke auf den Bühnen der ’Big Apple’-Metropole. Clarke war es auch, der den Kontakt zu einem der großen Vorbilder von Goods herstellte: George Benson zeigte sich äußerst beeindruckt vom Talent des jungen Deutschen. Bei einem Auftritt mit einer weiteren Legende erhielt Gutknecht schließlich seinen Künstlernamen: Les Paul nannte ihn schlicht „Torsten Goods“. Mit seinem 2004 erschienenen Album „Steppin“ war er für den ’Preis der deutschen Schallplattenkritik’ nominiert, im folgenden Jahr wurde er als einziger Europäer von Wayne Shorter und Herbie Hancock zur ’Thelonious Monk Jazz Guitar Competition’ in Washington eingeladen. Seitdem unternimmt Torsten Goods ausgedehnte Konzertreisen durch Europa, Asien und die USA, auf denen er unter anderem mit Größen wie Bob James, Chris Potter, James Genus, Terri Lyne Carrington, Dawn Tallman, Marcus Fugate, Jimmy Bruno, John Ruocco, Johannes Faber, Leszek Zadlo oder Patrick Scales zusammentraf. Seit 2006 veröffentlicht Goods auf dem bekannten Münchner Label ACT. Während er auf seinem ACT-Debüt „Irish Heart“, das den entscheidenden Durchbruch beim europäischen Publikum markierte, seine irischen Wurzeln – seine Mutter stammt aus Nordirland – musikalisch verarbeitete, zeigt sein aktuelles Album „1980“ Goods noch facettenreicher: Mit Adaptionen herausragender Songs aus seinem Geburtsjahr und mit gelungenen eigenen Kompositionen wandelt er nun auf den Spuren der großen Vocal-Jazz-Entertainer. Als Gitarrist besticht Goods nicht nur mit erstaunlicher Virtuosität, sondern auch mit einem aufregenden, eigenständigen Stil, der scheinbar gegensätzliche Bezüge spielerisch in sich vereint: Während die flinken Läufe durchaus an die Leichtigkeit und Eleganz von George Benson erinnern, lassen Anschlag und Temperament seines Spiels den Einfluss von Bireli Lagrene erkennen. Seine flexible, klare, helle Stimme dagegen scheint vom Cool- und Latin-Jazz der 60er Jahre inspiriert zu sein, lässt einen zuweilen bei Scat-Passagen sogar an Al Jarreau denken. Und so darf es nicht verwundern, dass Goods mittlerweile in einem Atemzug mit der neuen Garde internationaler Jazz-Stars wie Jamie Cullum, Michael Bublé und Peter Cincotti genannt wird. Es ist also nur folgerichtig, dass Torsten Goods für einen exklusiven Auftritt im Rahmen der jazzopen nights stuttgart nun mit der SWR Big Band zusammenarbeiten wird: der Jazz-Klangkörper des Landessenders kann auf eine mehr als 50-jährige Tradition zurückblicken und stellt selbst ein gutes Stück Jazzgeschichte dar.
Anschrift
Mercedesstraße 100
70372 Stuttgart
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